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CEO und Trivial beim Orscheler Sommer

Oberursel BleicheWenn der Sommer schon weit ist, will man wenigstens gute Musik. Dass der Orscheler Sommer diesen Abend an der Bleiche stattfindet, ist grandios. Was für eine Location – verglichen mit dem eher sterilen Rathausplatz (schlimmer wäre einzig der Epinay Platz in Oberursel). Zu einem tollen Platz gehört allerdings auch die entsprechende Musik.

CEO war ein guter Anfang. Richtig solide Rock-Musik von erfahrenen Kämpen. Nur dem Sänger fehlte etwas der Soul. Aber dann Trivial. Okay, dass eine Band eine Website ihr eigen nennt, die keine Auskunft über sie gibt bzw. interessierte Surfer aussperrt – das kann am Webdesigner liegen (”ey, mein Kumpel macht euch ne Site für umme”). Aber ansonsten: besseres Jugendhaus-Niveau. Immer wieder war die Band nicht tight – wobei ein Teil auf das Konto des Mixers und die Monitoranlage gehen könnte. Und dann der Sänger: rauhe Stimme, aber nicht wirklich authentisch. Zuviel akustisches Posing, kein Volumen. Das einziges Positive: die Ansagen des Bassisten. Und der Griff des Sängers zum Sax.

Für mich gibt es zwei Tabu-Songs für Rockbands: “Smoke on the water” und “Satisfaction”. Darf man spielen, wenn es unbedingt sein muss. Aber bitte erst richtig spät am Abend, wenn alles drauf ist. Gleich als vierter Song, ist es ein Verbrechen an der Menschheit. Ein Grund zum Gehen, wenn die Band nicht wirklich innovativ spielt. Tat sie nicht. Also ging ich.

Unterwegs hörte ich noch was von AC/DC. Ich liebe sie. Aber TNT wurde eher verbrochen, als wirklich gut gespielt. Und auch jetzt dröhnt Trivial durchs offene Fenster. Sorry, Leute, aber ihr braucht noch eine Weile… oder es war einfach nicht unser Abend.

Loewenherz / Frisbee

Autor: Loewenherz / Frisbee

Mit acht Jahren Klavierunterricht, ab 18 E-Gitarre und Bassgitarre. 1983 erste Band. Erster Tonträger 1989 (MC VenDease live). Lehrer für Bassgitarre. Musik-Journalist beim Fachmagazin "the Bass" (vorher: "Der rasende Bass-Bote") & dem hessischen Musikermagazin Kick'n'Roll. Musik-Projekte in Offenbach und Frankfurt mit Jugendlichen aus sozialen Brennpunkten. Gesangsunterricht im Bereich funktionaler Stimmbildung nach Lichtenberg und Reid mit Studium klassischer Literatur. Diplomarbeit zum Thema "Musikimprovisation in der Sozialpädagogik". Seit 1996 sporadische Auftritte mit meist improvisiertem Charakter. Bands: Bernstyn, Procyon, Uwe Peter Bande, Ven Dease (Saarland) sowie Reality Liberation Front, PLK, Valis (Frankfurt). Live-Mixer bei Lay de Fear.

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